„not too close in distance“ 2018-19

In der Arbeit „not too close in distance“ wird der Prozess einer Chat – Konversation gemeinsam mit den aus ihr entstandenen Nebenprodukten gezeigt.

Zunächst erscheint alles wie ein harmloser Flirt. Auf einem Portal eines großen sozialen Netzwerkes werde ich unbekannterweise von Davidson angeschrieben, der sich online als Sonnyboy präsentiert und  mein Interesse weckt. Nach einem kurzen Flirt berichtet Davidson von einem Notfall und bittet um Geld.

Ich gehe auf seine Bitte ein, indem ich versuche, mit verschiedenen, an künstlerische Strategien erinnernde Methoden, Geld für ihn zu beschaffen.

Der sich zunächst skeptisch gebende Davidson  geht schon bald auf meine Ideen ein. Mit seiner dominanten Art gibt er Ratschläge zur Durchführung und verhält sich zunehmend fordernd. Er versorgt mich mit weiteren Ideen und sendet mir Material. So kommt es zu einer wechselseitigen Beeinflussung, die auch immer mehr in meinen Alltag greift. Es entstehen Produkte wie z.B. kurze Gedichte, kleine Songs, Videoclips, Malereien oder ein Stand auf einem Flohmarkt, wo ich versuche, kleine Drucke der Bilderzeugnisse zu verkaufen.  Im Fall einer Einnahme würde ich, so habe ich es im Konzept festgelegt, tatsächlich einen Anteil an Davidson überwiesen werden.

Als ich einige Erzeugnisse der zunehmend absurd werdenden Korrespondenz  bei einer Kunstausschreibung einreiche und zu meiner Überraschung ein Preisgeld gewinne, stehe ich  vor einer schwierigen Entscheidung…

Diese Arbeit fragt nach der Verifizierbarkeit verschiedener möglicher Realitätsebenen von Onlinekorrespondenzen und den ins Analoge reichenden Konsequenzen. Die aus der Konversation heraus entstehenden Erzeugnisse wie Chatverläufe mit Text und Bild, Malerei sowie das gesamte Narrativ der Korrespondenz werden als Installation im analogen Raum  arrangiert.