Könnte Grace in meinen Bildern die Zukunft lesen? Beim Verfassen einer Nachricht an eine Kartenlegerin wird der Prozess des Schreibens gezeigt, der in der Unfähigkeit mündet, meine visuelle Repräsentation von Empfindungen (Malerei) in Begriffe zu überführen. Die Nachricht wird nie abgesendet. Dennoch birgt sie starkes Potential, in meiner Zukunft zu lesen...
Ausstellungsansicht Grace 2018, HFBK Hamburg
Grace#4
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Grace#1
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Grace#3
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Grace#2
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Liebe Grace (...)
Dass die Wahrsagerin Grace die Fähigkeit besitzt, in den Spuren von Bildern zu lesen, ist beim Entstehungsprozess der Arbeit „Konversation 2“ Hoffnung und Sorge zugleich. Denn Prophezeihungen werden sich "selbst erfüllende Qualitäten" nachgesagt.
Die Abbildungen sind schon in den Anhang geladen und die Gedanken dazu sind im Prozess der Formulierung doch augenblicklich werden Zweifel sichtbar. Der Akt des (Be)schreibens wird immer mehr zu einem Akt des Umformulierens und Löschens. Am Ende ist die Nachricht komplett verworfen und wird nie abgesendet. So wird die Wahrsagerin Grace keine sich selbst erfüllende Prophezeiung ausgesprochen haben.
Dennoch bleiben zwei weitere Ebenen: Zum einen die Behauptung, dass schon der Akt des Schreibens an sich die Zukunft auf eine sich selbst erfüllende Weise beeinflusst. Zum Anderen wird der Entwurf auf technologischer Ebene zur Datengrundlage selbstlernender Algorithmen des sozialen Netzwerks: Auch nichtabgesendete Nachrichten werden gespeichert und die verworfene Kommunikation prädiktiv analysiert. Die daraus entstehenden Feedbackschleifen sind durchaus in der Lage, aus dem Nutzerverhalten des schreibenden Subjekts, sich selbst erfüllende Prophezeiungen zu generieren.

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